
Am 25. und 26. September 2025 fand der IÖV-Erfahrungsaustausch unter dem Titel „Lösungen für die klimaresiliente Stadt“ in Stuttgart-Bad Cannstatt statt. Ziel der Veranstaltung war es, den Dialog zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Praxis zu stärken und innovative ingenieurökologische Ansätze für eine klimaresiliente Stadtentwicklung zu diskutieren. Besonderer Fokus lag auf wassersensiblen Konzepten sowie der Nutzung von Wasser als Ressource im urbanen Raum.
Die Veranstaltung begann am 25. September mit einer hybriden Auftaktveranstaltung am Hauptfriedhof Stuttgart. Nach der Begrüßung und Eröffnung durch Thomas Bauer (Resilientis GmbH) wurde deutlich, wie dringlich integrierte Lösungen zur Anpassung an den Klimawandel in Städten sind.
In ihrem Vortrag zur Bioökonomie und Schwammstadt zeigte Christiane Chaumette (Fraunhofer IGB) auf, wie naturbasierte Lösungen zur Verbesserung des urbanen Wasserhaushalts und zur Steigerung der Klimaresilienz beitragen können. Anschließend beleuchtete Tino Fauk (Hochschule Magdeburg-Stendal, Ingenieurökologische Vereinigung) die Rolle von Geoinformationsdaten bei der Modellierung von Ökosystemleistungen und verdeutlichte deren Bedeutung für fundierte Planungs- und Entscheidungsprozesse.
Praxisnahe Einblicke bot Lars Zöller (Landeshauptstadt Stuttgart, Amt für Garten-, Friedhofs- und Forstwirtschaft) mit seinem Beitrag zu Versickerung und Baumrigolen als Beitrag zur Stadtbegrünung. Er stellte konkrete Umsetzungsbeispiele aus Stuttgart vor und zeigte, wie technische und ökologische Maßnahmen sinnvoll kombiniert werden können. Ergänzt wurde das Programm durch die Vorstellung des Lerngartens „Inselgrün“ durch Joachim Petzold (Kulturinsel Stuttgart gGmbH), der das Potenzial von Lern- und Begegnungsorten für eine nachhaltige Quartiersentwicklung hervorhob.
Ein weiterer Höhepunkt war der Vortrag von Dominik Neusch (ECO Water Solution GmbH) zur Nutzung von Abwasser als Ressource. Anhand der Ergebnisse aus einer mobilen Wasserwiederverwendungsanlage wurde anschaulich demonstriert, wie Abwasser vor Ort aufbereitet und sinnvoll genutzt werden kann – ein zukunftsweisender Ansatz für wasserarme Städte.
Den Abschluss des ersten Veranstaltungstags bildeten die Mitgliederversammlung der IÖV sowie ein gemeinsames Abendessen, das Raum für vertiefenden Austausch und Vernetzung bot.
Am 26. September fand eine Exkursion zur Kulturinsel Stuttgart statt. Vor Ort erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Entwicklung des essbaren Quartiers und die geplante Transformation des Lerngartens „Inselgrün“ zu einem dauerhaften grünen Hub, Willkommensraum, Coolspot und Begegnungsort. Die Exkursion verdeutlichte, wie theoretische Konzepte der klimaresilienten Stadt konkret und gemeinschaftlich umgesetzt werden können.
Der IÖV-Erfahrungsaustausch 2025 zeigte eindrucksvoll, wie wichtig interdisziplinärer Austausch und praxisnahe Demonstrationsprojekte für eine nachhaltige und klimaangepasste Stadtentwicklung sind. Die Veranstaltung bot wertvolle Impulse, förderte neue Kooperationen und machte deutlich, dass klimaresiliente Städte nur im Zusammenspiel von Wissenschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft entstehen können.